15 Bewerbungstipps, die dich zu einem besseren Bewerber machen

Im Internet findet man jede Menge Bewerbungstipps und Leitfäden für Bewerbungen, doch die Masse ist kaum zu bewältigen. Bei so viel Input fällt es schwer, alles zu beachten und für die eigene Bewerbung umzusetzen.

Junge Menschen sind häufig unsicher, wie sie sich am besten für einen Job bewerben. Möglicherweise hattest du in der Schulzeit so etwas wie ein Bewerbungstraining, doch das ist sicherlich eine Weile her und es fühlte sich bestimmt nicht authentisch an. Nun geht es aber um die eigene Zukunft, plötzlich wird es konkret. Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Damit du dich optimal auf deinen Berufseinstieg vorbereiten kannst , habe ich für dich die wichtigsten Bewerbungstipps  zusammengefasst.

1. Bewirb dich für die richtige Stelle

Du hast die Schule, eine Ausbildung oder das Studium abgeschlossen. Jetzt wird es für dich Zeit, ins Berufsleben zu starten. In den seltensten Fällen kommt jemand auf dich zu und bietet dir einen Job an. Also musst du die Initiative ergreifen und dich bei Unternehmen, die für dich potenzielle Arbeitgeber sind, bewerben. Zunächst musst du dir darüber klarwerden, was du überhaupt willst. Was möchtest du machen? Worauf legst du großen Wert? Und für welche Jobs bist du qualifiziert? Wenn du Antworten auf diese Fragen gefunden hast, gilt es, die passenden Stellenausschreibungen zu finden. Die erste Anlaufstelle ist das Internet. Die meisten Unternehmen schreiben dort zu besetzende Stellen aus, entweder auf ihrer eigenen Webseite oder in Online-Job-Portalen. Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz besonders relevant. Darüber hinaus gibt es spezielle Suchmaschinen für Stellenangebote wie Jobworld oder Kimeta. In Zeitungen findet man ebenfalls Stellenangebote, doch werden diese in unserem digitalen Zeitalter zunehmend unwichtiger. Sinnvoll ist der Besuch der Jobmesse oder ähnlichen Veranstaltungen. Dort kannst du dich über deine Karrierechancen informieren, mit Unternehmen ins Gespräch kommen und dich über Jobangebote informieren. Häufig gibt es auch die Möglichkeit seine Bewerbungsmappe überprüfen zu lassen und weitere hilfreiche Bewerbungstipps zu erfahren.

Hast du eine Stellenausschreibung gefunden, die dich interessiert, solltest du sichergehen, dass du die Anforderungen erfüllst. Du wirst zunächst einen Einstieg in den Beruf schaffen müssen, dass du dabei nicht gleich in eine Führungsposition starten kannst, sollte dir klar sein. Achte darauf, ob bestimmte Fähigkeiten erforderlich oder lediglich gewünscht sind. Erfüllst du mindestens zwei Drittel der Anforderungen, stehen deine Chancen, den Job zu bekommen, nicht schlecht.

2. Recherchiere über das Unternehmen

Wenn du weißt, bei wem du dich bewerben möchtest, solltest du dich unbedingt über das Unternehmen informieren. Es ist wichtig, genau zu wissen, was das Unternehmen für Produkte, Dienstleistungen oder ähnliches anbietet und in welcher Branche es tätig ist. Auch die Größe und den Erfolg des Unternehmens sowie die Entwicklung in den letzten Jahren solltest du kennen. Es ist gut sich mit der Geschichte des Unternehmens zu befassen. Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Firmenphilosophie. Sie verrät dir, was dem Unternehmen wichtig ist, wofür es sich einsetzt und welche Werte vertreten werden. Um diese Informationen zu erhalten, solltest du zunächst die Webseite des Unternehmens gründlich anschauen. Dort findest du fast alle relevanten Informationen. Über Suchmaschinen kannst du weitere interessante Informationen zusammentragen, beispielweise stößt du so auf Zeitungsartikel und Erfahrungsberichte. Du kannst alle wichtigen Rechercheerkenntnisse aufschreiben. Dadurch kannst du dir die einzelnen Informationen nicht nur leichter merken, sondern bei Bedarf immer wieder in deine Notizen schauen. Die Recherche ist grundlegend für eine gute Bewerbung und ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Viele Unternehmen geben auf ihrer Webseite sogar selbst Bewerbungstipps. Diese sind manchmal nur sehr knapp gehalten, manchmal sehr umfangreich. So oder so sind sie ein guter Anhaltspunkt für die eigene Bewerbung. An dieser Stelle möchte ich dir einige Beispiele für Bewerbungstipps von großen Unternehmen zeigen:

Zur TUIfly Karriereseite

TUIfly gibt eher allgemeingültige Bewerbungstipps, die auch bei Bewerbungen bei anderen Unternehmen hilfreich sein können. Sie sind knapp gehalten, geben aber eine gute Übersicht.

Zur Real Karriereseite

Real hat seine Bewerbungstipps ebenfalls allgemeingültig gehalten. Sie sind sehr ausführlich und scheinen besonders für junge Menschen gedacht zu sein.

Zur Vodafone Karriereseite

Die Bewerbungstipps von Vodafone sind schon konkreter auf das Unternehmen zugeschnitten. So findet man Angaben wo das Bewerbungsfoto platziert werden sollte, zur bevorzugten Schriftart und –Größe sowie Informationen zum Einstellungstest bei Vodafone.

Zur UKV Karriereseite

Die Union Krankenversicherung hat nur einen Bewerbungstipp, dafür aber einen sehr wichtigen, wenn man sich bei dem Unternehmen bewerben will: Onlinebewerbungen werden von der UKV bevorzugt.

Als Bewerber ist es klasse, wenn das Unternehmen Angaben macht, was für Bewerbungen es erwartet. So kann man die eigene Bewerbung den Wünschen des potenziellen Arbeitsgebers anpassen. Hält man sich nicht an die Empfehlungen, kann das allerdings schnell negativ gewertet werden, heißt das doch, dass der Bewerber sich nicht genügend vorbereitet hat. Diesen Fehler solltest du unbedingt vermeiden! Suche also immer nach Bewerbungstipps auf der Webseite deines potenziellen Arbeitgebers.

3. Passe dein Anschreiben an das Unternehmen an

Die im Vorfeld gesammelten Informationen, helfen dir nun das Anschreiben zu formulieren. Du solltest dein Anschreiben an die, für die Stellenausschreibung zuständige, Kontaktperson richten. Oft wird ihr Name direkt angegeben. Falls nicht, ist Recherche und gegebenenfalls auch ein kurzes Telefonat empfehlenswert. Dein Anschreiben sollte strukturiert und optisch ansprechend sein. Nach einer höflichen Anrede solltest du dein Interesse am Unternehmen und natürlich am ausgeschriebenen Job selbst begründen. Das zeigt, dass du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Außerdem wird deutlich, dass du dir bei deiner Bewerbung Mühe gegeben hast und nicht das gleiche Anschreiben für mehrere Bewerbungen benutzt, das kommt nämlich nicht gut an.

Dann ist es wichtig, dass du erläuterst, warum du der Richtige für den Job bist. Gehe auf die in der Stellenausschreibung geforderten Fähigkeiten ein und erkläre, warum du über diese Fähigkeiten verfügst. Beispiele aus deinem bisherigen Werdegang machen dich glaubwürdiger. Abschließend solltest du die Brücke zu einem Treffen schlagen, schließlich möchtest du zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Du kannst beispielsweise schreiben, dass du dich auf ein persönliches Kennenlernen freust. Nun fehlen nur noch die Verabschiedungsformel und deine Unterschrift. Es macht einen guten Eindruck, wenn du handschriftlich unterschreibst. Achte darauf, deinen Text präzise zu verfassen, rumschwafeln hilft dir nicht weiter. Dein Anschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein.

4. Sei sorgfältig

Ein Klassiker unter den Bewerbungstipps: Sorgfalt. Es versteht sich wohl von selbst, dass Grammatik- und Rechtschreibfehler ein absolutes No-Go sind. Bei vielen Jobangeboten wird erwartet, dass Bewerber Deutsch fließend in Wort und Schrift beherrscht. Wenn dann bereits die Bewerbung Fehler enthält, kannst du den Job vergessen. Überprüfe deine Bewerbungsunterlagen mehrmals und nutze Programme zur Prüfung der Rechtschreibung.

Am besten ist es, wenn du deine Bewerbung von jemandem Korrektur lesen lässt, der sicher in Grammatik und Rechtschreibung ist. Fehler sind am Bildschirm schwerer zu entdecken als auf Papier, drucke deine Bewerbung also aus, um weitere Fehler ausfindig zu machen. Achte auch darauf, dass das Format stimmt und alle Angaben wie Adressen, Telefonnummern und so weiter korrekt sind. Zur Sorgfalt gehört nicht nur der Inhalt, sondern auch das Äußere. Wenn du deine Bewerbung per Post verschickst oder persönlich beim Unternehmen abgibst, ist es wichtig, dass die Bewerbung ordentlich aussieht, also keine Flecken aufweist oder verknittert ist.

5. Wähle ein passendes Bewerbungsfoto

In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto nicht Pflicht, du kannst darauf verzichten. Es ist aber bekannt, dass Unternehmen Bewerbungen mit Foto bevorzugen, weil sie so bereits einen Eindruck von den Bewerbern bekommen. Deshalb empfehle ich immer, ein Foto beizufügen. Wichtig ist, dass es sich um ein professionelles Bewerbungsfoto handelt. Einen Schnappschuss aus dem letzten Urlaub kannst du nicht verwenden. Es lohnt sich, etwas Geld für einen guten Fotografen zu investieren, denn dieser weiß, wie er dich am besten in Szene setzt. Für Bewerbungen sind Porträtaufnahmen gewünscht, Ganzkörperfotos sind nicht geeignet. Außerdem sollte das Foto aktuell sein, sodass man dich sofort darauf wiedererkennt.

Du solltest einen gepflegten Eindruck machen und dem Job angemessen gekleidet sein. Das muss nicht unbedingt ein Anzug mit Krawatte sein, ein schlichtes Hemd oder eine schlichte Bluse sind meist die richtige Wahl. Die Arme sollten bedeckt sein und generell solltest du darauf achten, nicht zu viel Haut zu zeigen. Du möchtest schließlich seriös wirken. Die Haare dürfen das Gesicht nicht verdecken. Wichtig ist auch, dass du auf dem Foto sympathisch wirkst, ein Lächeln ist toll, darf aber nicht verkrampft aussehen. Schmuck und Make-Up sollten dezent sein. Bei einer digitalen Bewerbung solltest du darauf achten, dass das Bild in einer guten Qualität ist und es entweder auf dem Deckblatt oder auf rechts oben auf dem Lebenslauf einfügen.

Wenn du eine ausgedruckte Bewerbung verschickst, solltest du das Foto nicht direkt einfügen, sondern auf Fotopapier ausdrucken und auf die fertige Bewerbung kleben. Stecke es nicht mit einer Büroklammer fest, das wirkt, als würdest du das Foto wiederverwenden wollen. Außerdem kann es so leichter verloren gehen.

6. Gestalte deinen Lebenslauf übersichtlich

Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben das Herzstück deiner Bewerbung. Er wird von Personalern oft als erstes gelesen, da sie auf diese Weise schnell einen Überblick über deine Fähigkeiten bekommen. Umso wichtiger ist es also, dass der Lebenslauf übersichtlich ist. An den Anfang gehören deine persönlichen Angaben, also deine Kontaktdaten, Geburtsdatum und Geburtsort. Dein Werdegang wird anschließend tabellarisch aufgelistet. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen: Chronologisch und Amerikanisch. Der amerikanische Lebenslauf eignet sich für Menschen, die bereits viel Berufserfahrung haben. Bei dieser Version steht oben der aktuellste Job und läuft von dort aus rückwärts. Das kann sinnvoll sein, da auf diese Weise klar wird, womit sich der Bewerber zuletzt beschäftigt hat. Möglicherweise ist er durch seinen letzten Job besonders für die ausgeschriebene Stelle geeignet. Du solltest chronologisch vorgehen, da du noch am Anfang deiner Karriere stehst. Du beginnst also mit dem, was am längsten her ist: Der Schule. Danach folgen deine weitere Ausbildung und dein bisheriger beruflicher Werdegang. Du kannst deinen Werdegang auch in Kategorien einteilen, beispielsweise in „Schule“, „Studium“, „Praktika“ und „Nebentätigkeiten“. Innerhalb dieser Kategorien kannst du, wenn du magst, antichronologisch, wie beim amerikanischen Lebenslauf vorgehen. Grundsätzlich solltest du bei jeder Tätigkeit angeben, von wann bis wann du sie ausgeübt hast. Die Daten stehen links, die Tätigkeit davon abgerückt rechts. So kann man auf einen Blick erfassen, was du bisher erreicht hast. In deinem Lebenslauf hast du außerdem die Möglichkeit, besondere Fähigkeiten und Kenntnisse anzugeben. Personaler wollen einen Eindruck von deiner Persönlichkeit bekommen, deshalb gehört auch die Angabe deiner Hobbys in einen guten Lebenslauf. Wenn du Mitglied in einem Verein bist oder dich ehrenamtlich engagierst, kann dir das Pluspunkte einbringen. Es ist selbstverständlich, dass all deine Angaben der Wahrheit entsprechen müssen. Das Format sollte einheitlich und schlicht sein, damit die Übersichtlichkeit gewährleistet ist. Anschreiben und Lebenslauf sollten stimmig sein, Widersprüche können ein Ausschlusskriterium sein. Auch optisch sollte die Zusammengehörigkeit beider Dokumente erkennbar sein, nutze also die gleiche Schriftart und -Größe.

7. Bereite dich auf ein Bewerbungsgespräch vor

Wenn ein Unternehmen Interesse daran hat, eine Stelle mit dir zu besetzen, wirst du zu einem Bewerbungsgespräch beziehungsweise Vorstellungsgespräch eingeladen. Bei diesem Treffen können dich die Personaler persönlich kennenlernen und sich ein besseres Bild von dir machen. Du solltest dich eingehend auf das Gespräch vorbereiten. Sie wollen weitere Informationen über dich erhalten, weshalb du dir im Vorfeld überlegen solltest, was du über dich erzählen kannst. Im Prinzip machst du für dich Werbung. Beim Bewerbungsgespräch werden dir Fragen gestellt, damit die Personaler herausfinden können, ob du ins Team passt und für den Job geeignet bist. Auf mögliche Fragen solltest du dich vorbereiten. Typisch sind zum Beispiel diese Fragen:

  • Warum sind Sie der perfekte Kandidat für die Stelle?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was erwarten Sie von dem Job?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wer sind Ihre Vorbilder?
  • Können Sie gut mit Stress umgehen?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
  • Was ist Ihr größter Wunsch?
  • Was war die schwerste Entscheidung, die Sie je treffen mussten?

Je besser du vorbereitet bist, desto besser kannst du auch beim Bewerbungsgespräch reagieren. Du solltest auf diese und ähnliche Fragen ehrlich antworten, aber dabei darauf achten, dass du dich positiv darstellst. Kein Personaler möchte hören, dass es dir ausschließlich ums Geld geht, du unter Stress sofort zusammenbrichst und dass du ein Chaot bist. Überlege dir also, wie du gleichzeitig zu deinen Schwächen stehen kannst und dabei trotzdem als professionell und für den Job geeignet dastehst. Du kannst das Bewerbungsgespräch mit deiner Familie oder mit Freunden üben. Dabei merkst du gut, worauf du achten solltest, zu welchen Fehlern du neigst und wie du diese beim echten Bewerbungsgespräch vermeiden kannst. Außerdem kannst du dich so etwas an die ungewohnte Situation gewöhnen. Du solltest dir außerdem überlegen, ob du selbst Fragen hast. Fast alle Personaler erwarten, dass Bewerber selbst auch Fragen stellen, denn das beweist, dass sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben, den Job ernst nehmen und auch wirklich Interesse an der Stelle haben. Auf keinen Fall solltest du etwas fragen, was man online nachlesen kann. Auch aus diesem Grund ist die anfängliche Recherche so wichtig. Du könntest konkrete Fragen zu deiner Aufgabe im Unternehmen stellen, falls diese nicht bereits ausführlich besprochen wurde. Ebenfalls interessant ist es, zu fragen wie Talente im Unternehmen gefördert werden oder wie sich das Unternehmen zukünftig entwickeln möchte. Nimm dir ruhig etwas Zeit, um dir passende Fragen zu überlegen.

8. Achte auf dein äußeres Erscheinungsbild

Beim persönlichen Kennenlernen ist es wichtig, dass du einen gepflegten Eindruck machst. Du solltest frisch geduscht sein, denn unangenehmer Geruch und fettige Haare sind natürlich kein Aushängeschild für dich. Die Kleidung sollte dem Job angemessen sein, in den meisten Fällen sind eine lange schlichte Hose und ein schlichtes langärmeliges Hemd die beste Wahl. Auch im Hochsommer solltest du auf kurze Kleidung verzichten, denn sie wirkt unseriös. Achte darauf, dass alles an seinem Platz ist und die Kleidung nicht verknittert ist. Schief geknöpfte Hemden, offene Schürsenkel und ein offener Hosenstall gehen gar nicht, ist klar. Überprüfe dein äußeres Erscheinungsbild vor dem Bewerbungsgespräch im Spiegel, geh sicher, dass du nichts zwischen den Zähnen hast. Auf starkes Make-Up, exzentrischen Schmuck und grelle Farben solltest du verzichten. Schlichte Eleganz ist das Motto. Dein Atem sollte frisch sein, kaue auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch ein Kaugummi, vergiss aber nicht, es vor dem Gespräch loszuwerden.

9. Sei pünktlich

Pünktlichkeit wird vorausgesetzt und ist ein wichtiger Hinweis für dein Zeitmanagement und deine Verlässlichkeit. Wer zu spät kommt, macht gleich einen schlechten Eindruck. Mach dich also schlau, wie du zum Ort des Bewerbungsgespräches kommst. Kannst du zu Fuß gehen, fährst du mit dem Auto oder bist du auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen? Wenn möglich, mach einen Testlauf und miss die Zeit, die du für den Weg brauchst. Geh auf jeden Fall rechtzeitig los und plane etwas zusätzliche Zeit ein, für den Fall dass du aus irgendwelchen Gründen aufgehalten wirst. Du solltest auch noch etwas Zeit übrig haben, wenn du angekommen bist. So kannst du nochmal tief durchatmen und deine Gedanken sammeln. Es macht nämlich auch keinen guten Eindruck, wenn du total abgehetzt zum Bewerbungsgespräch erscheinst.

10. Mach einen guten ersten Eindruck

Der erste Eindruck bei einem Bewerbungsgespräch ist ausgesprochen wichtig. Wie gesagt ist es wichtig, dass du gepflegt erscheinst und ruhig und gefasst wirkst. Außerdem solltest du selbstbewusst auftreten. Wie willst du jemanden von dir überzeugen, wenn du nicht einmal von dir selbst überzeugt bist? Für ein selbstbewusstes Auftreten ist die richtige Körperhaltung wichtig. Du solltest aufrecht stehen und offen wirken. Du solltest jeden der beim Bewerbungsgespräch Anwesenden freundlich begrüßen. Der richtige Händedruck ist wichtig: Er sollte weder zu fest, noch zu schwach sein. Vermeide feuchte Hände, ein warmer, trockener Händedruck kommt am besten an. Viele Bewerber sind sehr nervös und möglicherweise geht es dir trotz guter Vorbereitung genauso. Das ist nicht schlimm, denn die Personaler wissen, dass ein Bewerbungsgespräch immer eine ungewohnte und stressige Situation ist. Nervosität ist da völlig verständlich. Du kannst zu deinen Emotionen stehen und zugeben, dass du aufgeregt bist, weil dir der Job wichtig ist. Vielleicht hilft es dir, daran zu denken, dass ein Bewerbungsgespräch nicht einseitig ist. Nicht nur du wirst überprüft, du prüfst auch, nämlich ob du glaubst ins Unternehmen zu passen und ob du den Job wirklich haben möchtest.

11. Sei authentisch

Ja, es geht darum, dich von deiner besten Seite zu präsentieren und die Personaler von dir zu überzeugen. Das heißt aber nicht, dass du den Personalern den sprichwörtlichen Honig ums Maul schmieren musst. Sie wollen dich und deine Persönlichkeit kennenlernen, um dich besser einschätzen zu können. Wenn du dich verstellst und versuchst etwas vorzumachen, was du nicht bist, fällt das schnell auf und wird negativ gewertet. Schleimer und Heuchler kann niemand leiden. Sei also ehrlich und zeige deinen Charakter. Natürlichkeit wirkt sympathischer und aufrichtiger als Schauspielerei. Dennoch gilt: Stelle deine positiven Eigenschaften heraus! Schwächen hat jeder, aber du musst sie nicht gleich jedem auf die Nase binden.

12. Belege deine Stärken und Qualifikationen anhand von Beispielen

Um zu überzeugen, musst du deine Stärken und Qualifikationen beweisen. Diese sollten den Anforderungen der Stellenausschreibung entsprechen. Es ist toll, wenn du im persönlichen Gespräch begründen kannst, warum du diese Eigenschaften mitbringst. Wird ein Teamplayer gesucht? Dann kann es zum Beispiel von Vorteil sein, wenn du einen Mannschaftssport ausübst. Dabei kommt es auf Teamfähigkeit und Zusammenarbeit an. Du sollst kreativ sein? Berichte von kreativen Projekten, an denen du mitgewirkt hast. Belastbarkeit kannst du belegen, indem du zum Beispiel erzählst, dass du neben der Schule bereits gejobbt und an Arbeitsgemeinschaften teilgenommen hast. Oftmals werden Fremdsprachenkenntnisse gefordert. Hast du an einem Schüleraustausch oder einer Sprachreise teilgenommen? Dann ist jetzt der richtige Moment davon zu erzählen. Natürlich kannst du auch anführen, dass du mehrsprachig erzogen wurdest, wenn es so ist. Überlege dir vor dem Gespräch, wie du deine Fähigkeiten belegen kannst. Einfach nur behaupten teamfähig, kreativ oder sonstiges zu sein, kann schließlich jeder. Mit einer individuellen Geschichte zu den Eigenschaften, bist du viel überzeugender und erzählst gleichzeitig etwas von dir.

13. Zeig Interesse

Widme dich voll und ganz deinem Gesprächspartner und sieh ihm die Augen. Du bist nicht beim Bewerbungsgespräch weil du es musst, sondern weil du es willst. Diesen Eindruck muss dein Gegenüber auch von dir gewinnen können. Du kannst dir während des Gesprächs Notizen machen, solltest aber vorher fragen, ob das dem Personaler recht ist. In den meisten Fällen freut er sich über dein Engagement. Außerdem kannst du mit Hilfe der Notizen leichter intelligente Fragen stellen. Auch diese zeugen von deinem Interesse.

14. Sei höflich

Höflichkeit versteht sich hoffentlich von selbst, sollte aber unbedingt erwähnt werden, wenn es um Bewerbungstipps geht. Du präsentierst dich im Bewerbungsgespräch als professioneller Arbeitnehmer. Manieren und ein höflicher Umgang mit deinen Mitmenschen sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Bedanke dich für die Einladung zum Gespräch. Das kannst du übrigens bereits nach Erhalt der Einladung schriftlich machen. Damit hebst du dich von Mitbewerbern positiv ab. Wird dir ein Getränk oder etwas in der Art angeboten, bedanke dich freundlich. Sollst du dir selbst ein Glas Wasser einschenken, biete an, auch den anderen einzuschenken. Ganz wichtig: Lass dein Gegenüber immer aussprechen. Auch wenn du Fragen hast, ist es sehr unhöflich, jemandem ins Wort zu fallen und ihn zu unterbrechen. Wenn das Gespräch beendet ist, solltest du dich von allen Anwesenden verabschieden und dich bedanken, dass sie sich Zeit für dich genommen haben. Zeige dich also von deiner besten Seite und beweise, dass es angenehm ist, mit dir zu arbeiten und du auch weißt, wie man sich Kunden gegenüber verhält.

15. Sei auf alle möglichen Ausgänge des Gesprächs vorbereitet

Der Bewerbungsprozess ist jetzt so gut wie abgeschlossen. Nun heißt es in den meisten Fällen: Warten. Wenn du die Personaler von dir überzeugen konntest, wird du bald Bescheid bekommen, dass du den Job hast. Glückwunsch! Wenn es nicht gereicht hat, wirst du eine Absage erhalten. Bereite dich mental auf beide Szenarien vor und überlege dir, wie du auf sie reagierst. Was bedeutet eine Zu- beziehungsweise Absage für dich? Was sind deine nächsten Schritte? Lass dich von einem Misserfolg nicht entmutigen, du hast noch viele weitere Optionen.

Bewerbungstipps: Zwei Bonus Ratschläge

Wenn du diese 15 Bewerbungstipps befolgst, hast du gute Chancen, deinen Traumjob zu bekommen. Und wenn es nicht geklappt hat, ist das kein Weltuntergang. Bei Bewerbungen ist es wie bei fast allem anderen auch: Übung macht den Meister. Bei jeder Bewerbung lernst du etwas dazu und weißt dann, wie du es in Zukunft besser machen kannst. Selbstreflexion ist ein wichtiger Prozess der Persönlichkeitsentwicklung. Deshalb gibt es an dieser Stelle noch zwei kleine Bewerbungstipps als Bonus: Lern aus Fehlern und gib nicht auf! Früher oder später, wird es auf jeden Fall klappen. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg beim Karrierestart!

Bewerbungstipps: 15 Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung
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Mustafa Demertzis
Hi, mein Name ist Mustafa. Ich bin leidenschaftlicher Online-Marketer, einer der besten Papas :), verrückter Fußballliebhaber und natürlich die Person hinter Karrierekebap. Du willst noch mehr über mich und mein Projekt wissen? Auf geht’s

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Mustafa Demertzis ist Blogger und leidenschaftlicher Online-Marketer. 2017 gründete er den ersten Karriere-Blog für deutsche Jugendliche mit Migrationshintergrund.

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15 Bewerbungstipps
11 Kommentare
  1. Conchita
    Conchita says:

    Danke für die tolle Zusammenfassung Mustafa, ich werde sie meiner Tochter ausdrucken und in die Hand geben, wenn sie sich jetzt bewerben muss demnächst. Von anderen glaubt man ja dann doch mehr 🙂

    Antworten
  2. Denise
    Denise says:

    Eigentlich sind alle Tipps irgendwie klar, aber ich finde deine Zusammenfassung sehr hilfreich. Sich einfach nochmal alles bewusst machen und so gut in das Bewerbungsgespräch gehen zu können. Danke dafür!!

    Antworten
  3. Avaganza
    Avaganza says:

    Als langjähriger Headhunter kann ich dir nur zustimmen :-)! Eine gute Zusammenfassung von Tipps für Bewerber. Man sollte zwar meinen dass das alles klar ist … ich erlebe aber immer wieder dass es das nicht ist ;-).

    Liebe Grüße
    Verena

    Antworten
  4. Annekatrin
    Annekatrin says:

    Dieser ausführliche Artikel kommt mir gerade sowas von gelegen. Ich schließe bald die Schule ab und bin nun schon auf der suche nach Unternehmen für eine Ausbildung oder erst einmal ein Praktikum. Es ist super praktisch so noch ein paar Tipps für den letzten Feinschliff der Bewerbung zu haben, den Link speichere ich mir. Danke!
    LG

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