Blogger werden: Robert Weller im Interview

blogger-werden-karrierekebap

Robert Weller im Interview

Wie werde ich Blogger?

Erstens, du schreibst (Video, Podcast etc. mal ausgenommen). Zweitens, du publizierst. Sobald du das regelmäßig tust, würde ich dich Blogger nennen. 😉

Wenn es doch nur so einfach wäre… Blogger sind vielseitig, vielseitig interessiert und vielseitig begabt. Denn in den meisten Fällen kümmern sich Blogger um alles selbst. Angefangen vom technischen Setup ihrer Website (Domain registrieren, Webspace mieten, CMS installieren, Blog gestalten und mit Inhalt befüllen), über die Themenauswahl und –ausarbeitung – das erfordert bzw. führt früher oder später zu einem enormen „Fachwissen“ – bis hin zum Marketing; sei es den Blog oder etwas anderes (oft sich selbst) durch den Blog. Diese Dinge musst du als Blogger lernen; zumindest würde ich dir empfehlen erstmal alles selbst gemacht zu haben und „zu können“, bevor du es andere tun lässt.

Erfolgreiche Blogger werden sich langfristig natürlich auf die Arbeit konzentrieren, die sie am besten bzw. generell nur sie erledigen können und andere Dinge outsourcen. Aber da bewegen wir uns dann schon im Bereich des „professionellen“ Bloggens, wo auch Geld oder materielle Gegenleistungen fließen.

Das Wichtigste ist m.E. die Erfahrung. Kopfblogger, also jene die mit dem Gedanken spielen anzufangen, sollten nicht länger warten, sondern sofort starten. Warum auch nicht? Es ist ja nicht so, dass gleich Heerscharen von Besuchern deine anfänglichen Bemühungen beobachten und vielleicht verurteilen. Nein, Bloggen kann als rein privates Hobby anfangen und sich von dort weiterentwickeln.

Wenn du also wirklich Lust hast zu bloggen, dann tu es einfach! Ganz ohne Verpflichtungen.

Muss ich als Poet geboren sein oder kann ich das Schreiben lernen?

Schreiben ist natürlich erlernbar und auch ein stetiger Prozess. Wir haben in dieser Hinsicht niemals ausgelernt, sondern entwickeln uns immer weiter. Dadurch finden wir auch zu „unserer Stimme“, die letztendlich das ist, was uns einzigartig macht. Eloquent ausdrücken kann sich irgendwann jeder. Das Vokabular seiner Branche beherrscht irgendwann jeder. Mit dem Copywriting 1×1 ist früher oder später jeder vertraut. Aber was uns von anderen unterscheidet ist unsere Persönlichkeit und genau die gilt es durch unsere Sprache zu formen und zu kommunizieren.

Welche Ausbildung oder Studium sollte ich vorher genossen haben?

Ich halte beides nicht für zwingend notwendig, denn wie gesagt hat Bloggen viel mit Leidenschaft, Übung und Erfahrung zu tun. Wenn ich mich festlegen müsste, dann würde ich eine fachspezifische Ausbildung empfehlen, die zum Blogthema passt. Fitnessblogger studieren Sport, Fashionblogger studieren Mode, Foodblogger Ernährungswissenschaften usw. Das hilft, um von Beginn an glaubwürdig und vertrauenswürdig zu wirken – zwei Faktoren, die langfristig definitiv erfolgsentscheidend sind.

Ein BWL-Studium im Marketing oder ähnlichem könnte auch eine gute Ausgangsbasis sein, wenn du mit Bloggen von Beginn an ökonomische Ziele verfolgst. Aber ob das deinen Blog automatisch auch inhaltlich besser macht, würde ich bezweifeln.

Sind Blogger die neuen Journalisten?

Definitiv nicht.

Mit welchen Herausforderungen könnte ich zu Anfang konfrontiert werden?

Ich würde tippen, dass sich die meisten Blogneulinge komplett überfordert fühlen. Wie eingangs erwähnt müssen sie sich eigenständig um diverse Aspekte des Bloggens kümmern und hier anfangs viel lernen. Da braucht man einen langen Atem und darf das alles nicht so ernst nehmen, sonst geht schnell der Spaß verloren. Ich empfehle, völlig zwanglos und ohne hochgesteckte Ziele und dadurch entstehenden Druck mit dem Bloggen anzufangen. Erste Erfolge kommen früh genug und Meilensteine oder Etappenziele funktionieren in Hinblick auf die Langzeitmotivation auf harte Zielvorgaben bis zu einem bestimmten Termin.

Und wenn du mal nicht weiter weißt, dann frag jemanden! Es gibt zahlreiche Communities (du bist hiermit herzlich in die „Blog Boosting Gruppe“ bei Facebook eingeladen) in der sich Blogger gegenseitig helfen.

Wie gehe ich mit Kooperationsanfragen um?

Die kurze Antwort: Möglichst professionell.

Was ich damit meine ist, nicht jedes Angebot blind anzunehmen. Kooperationen sollten zum einen immer Win-Win-Win-Situationen sein (also für deine Leser, dich und deinen Kooperationspartner – und zwar in der Reihenfolge) und zum anderen können sie dein Image beeinflussen. Das solltest du bedenken, um keine negativen Folgen zu erleiden („Für Geld tut der ja alles…“).

Außerdem rede ich von Kommunikation auf Augenhöhe. Wenn jemand mit dir kooperieren möchte, dann ist er nicht zwangsläufig Auftraggeber und derjenige, der den Ton angibt. Sobald dir dieses Gefühl entsteht, solltest du es ansprechen und ggf. die Zusammenarbeit abbrechen. Das gilt natürlich schon bei der Vertragsverhandlung. Wenn du merkst, dass du bzw. das, was du dir aufgebaut hast, nicht wertgeschätzt wird, dann kannst du getrost ablehnen und deine Zeit in sinnvollere Dinge investieren.

Und auch hier gilt: Wenn du dir mal unsicher bist, dann frag doch einfach jemanden, der mehr Erfahrung hat und sich mit Kooperationen auskennt.

Notiz für mich: Vielleicht sollte ich mich mal als Mentor anbieten…? 😉

Welchen Tipp kannst du unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Wenn ich nur einen habe, dann wäre es dieser: Du bist nicht der erste Blogger, also benimm dich auch nicht so. Lerne von anderen und tausch deine Erfahrungen aus. Es gibt genügend Blog Guides o.ä. die wirklich gut sind und auch mein Buch wird von vielen Neulingen empfohlen. Aber stürz dich nicht auf die erstbeste Hilfe, sondern vernetz dich erstmal mit anderen Bloggern (in deiner Branche / Nische) und informier dich, welche Quellen sie nutzen.

Die Blogosphäre lebt vom Miteinander, vergiss das niemals.

Über den Autor

Robert Weller ist Dozent, Marketingstratege und Autor. Mehr über Robert erfährst du auf toushenne.de.

robert-weller-karrierekebap

Vielleicht interessiert Dich auch folgendes:

Einladung zum Vorstellungsgespräch bestatigen
Tipps für LinkedIn und Xing
7 Kommentare
  1. Sarah
    Sarah says:

    Ein sehr interessantes Interview!
    Zu bloggen macht einfach so unfassbar viel Spaß! Es ist vielseitig … das Schreiben, Bilder machen, Expertenwissen aneignen, Website designen … ich liebe es!
    Liebe Grüße Sarah

    Antworten
  2. Juli
    Juli says:

    Das war doch wirklich aufschlussreich. Ich habe auch gerade erst angefangen, mach es aber eher zum Ausgleich und Vergnügen, mal schauen, wo der Weg hingeht. Es ist halt mal was komplett anderes 😀

    Antworten
  3. Avaganza
    Avaganza says:

    Hallo Mustafa,
    cool! Ein neuer Karriereblog! Genau mein Thema 🙂 …
    Ich bin seit mehr als 10 Jahren als internationaler Headhunter tätig und habe eine Personalberatungsfirma. Trotzdem blogge ich über Fashion- und Lifestyle und lasse auch immer wieder Karriere Themen einfließen. Ich finde deinen Blog interessant und werde sicherlich wieder bei dir vorbeischauen!

    Liebe Grüße und schönen Abend!
    Verena

    Antworten
  4. Fabian Aschauer
    Fabian Aschauer says:

    Sehr interessanter Beitrag!
    Ich bin selbst noch nicht solange Blogger. Aber mir macht es richtig spaß meine Gedanken aufzuschreiben und allen mitzuteilen 🙂

    Beste Grüße
    Fabian

    Antworten
  5. Laura Topa
    Laura Topa says:

    Das ist auf jeden Fall eine sehr nette & hilfreiche Starthilfe für alle Blogger sowie die, die es noch werden wollen! Finde es toll, dass es Menschen gibt die auch darüber schreiben, wie es „hinter den Kulissen“ im Bloggerbusiness ausschaut 🙂

    Alles Liebe,
    Laura

    Antworten
  6. Franziska
    Franziska says:

    Super Beitrag! Hab ich sehr gerne gelesen, vor allem findet man sich in vielen Punkten immer wieder 🙂 Und tolle Worte am Ende, damit hat er wirklich recht!
    Liebe Grüße
    Franzi

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen? Leg los!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogger werden: Robert Weller im Interview
Rate this post