Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Die ersten Schritte auf dem Weg zu deinem neuen Arbeitsplatz sind getan; du hast deine Bewerbung inklusive Lebenslauf an potenzielle Arbeitgeber verschickt und konntest damit Interesse wecken: Du hast ein Vorstellungsgespräch! Das ist zunächst einmal ein Grund zur Freude, bedeutet aber auch, dass es jetzt Ernst wird. Mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung kannst du die Personaler im persönlichen Gespräch überzeugen. Was du beruflich bisher geleistet hat, in welchen Unternehmen du tätig warst und so weiter, das steht alles in deinem Lebenslauf und ist deshalb beim Vorstellungsgespräch zweitranging. Hier geht es darum, einen guten Eindruck zu machen und mit deiner Persönlichkeit zu punkten. Ein wichtiger Teil eines jeden Vorstellungsgespräches ist die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen. So simpel diese Frage erscheinen mag, so hat sie es doch in sich. Deine Antwort hat großen Einfluss darauf, ob du als für den Job geeignet eingeschätzt wirst. Aus diesem Grund lohnt es sich, sich genauer mit dem Umgang mit den persönlichen Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch auseinanderzusetzen.

Für Schwächen muss man sich nicht schämen

Zunächst einmal: Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen und das ist auch gut so. Halte es mit Tim Bendzko und mach dir bewusst: „Ich bin doch keine Maschine – Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut.“ Das wissen auch die Personaler und wollen deshalb einen besseren Einblick in deine Persönlichkeit erhalten. Außerdem interessiert es sie, wie gut du dich selbst einschätzen kannst. Wenn sie Arbeitskräfte suchen würden, die frei von Fehlern sind, könnten sie auch gleich Roboter nehmen. Jeder Mensch ist einzigartig und kann mit seinen Eigenheiten einen besonderen Mehrwert für ein Unternehmen liefern. Sei also ehrlich und authentisch. Dennoch solltest du dir im Vorfeld überlegen, mit welchen Stärken du punkten kannst und welche Schwächen du besser für dich behältst.

Wie wird die Frage nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch formuliert?

Die Art und Weise, wie du nach deinen Stärken und Schwächen gefragt wirst, kann sehr unterschiedlich sein. Früher war es üblich, die Frage ganz direkt zu stellen. Mittlerweile gehen die Personaler oft subtiler vor und verpacken die Frage anders, insbesondere, wenn sie die Schwächen erfahren möchten. Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  • Welche Eigenschaft würden Sie gern an sich ändern?
  • Was kann sie bei der Arbeit richtig wütend machen?
  • Was würde Ihr Chef über Sie sagen?
  • Welche Charaktereigenschaft stört Sie bei Kollegen am meisten?

Häufig wird auch zunächst nach positiven Eigenschaften gefragt und direkt im Anschluss nach negativen. Lass dich davon nicht verunsichern. Meist ist den Personalern die Frage nach den Schwächen besonders wichtig, denn deine Stärken kennen Sie vermutlich schon zum Großteil aus deiner Bewerbung. Manchmal wirst du im Vorstellungsgespräch dazu aufgefordert, deine Eigenschaften auf einer Skala zu bewerten. Das kann zum Beispiel mit Schulnoten geschehen.

  • Welche Note würden Sie sich für Ihre Kreativität/Organisation/Konfliktlösungsfähigkeit etc. geben?
  • Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gut können Sie mit Stress/Termindruck/spontanen Änderungen etc. umgehen?

Diese Art der Fragestellung wird immer beliebter und du solltest darauf vorbereitet sein.

Antworten, die du vermeiden solltest

Hüte dich davor, „Standardantworten“ zu geben. Es gibt viele Bewerbungstrainer und –Ratgeber, in denen mögliche Antworten auf die Frage nach den Stärken und Schwächen gegeben werden. Mittlerweile sind diese Antworten aber ausgelutscht und jeder Personaler hat sie schon zigmal gehört. Damit kannst du also niemanden beeindrucken, auch wenn es verlockend sein mag, mit vermeintlich sicheren Antworten vorbereitet zu sein. Einige dieser Antworten sind auch schlicht und einfach nicht glaubwürdig wie zum Beispiel „Ich arbeite viel zu viel und vergesse dabei mein Privatleben.“ Auch scherzhafte Antworten sind nicht sinnvoll: „Meine größte Schwäche sind Süßigkeiten“. Damit drückst du dich eigentlich nur um eine wahrheitsgemäße Antwort. Vergiss diese Antworten lieber schnell und nutze die Möglichkeit dich intensiv mit dir selbst auseinanderzusetzen. Ehrliche und individuelle Antworten überzeugen die Personaler viel eher.

Was sind deine Stärken?

Die Frage nach den Stärken wird allgemein als leichter zu beantworten empfunden. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, sich selbst anzupreisen. Bescheidenheit wird als Tugend angesehen, sodass wir meist schon im Kindesalter dazu erzogen werden. Man darf sein Licht aber auch nicht unter den Scheffel stellen, also seine Stärken geheim halten. Du bewirbst dich für einen Arbeitsplatz und das darfst du ruhig wörtlich nehmen. Es ist eine Bewerbung. Du macht Werbung für dich. Warum bist du der Richtige für den Job? Warum kann das Unternehmen von dir profitieren? Was kannst du, was andere nicht können? Wer sehr zurückhaltend und bescheiden ist wirkt schwach. Warum sollten die Personaler an dich glauben, wenn du es selbst nicht tust?

Wenn es dir schwer fällt, deine Stärken zu erkennen, kannst du Freunde und Verwandte um Rat fragen. Vielleicht schätzen sie sogar eine Eigenschaft oder Fähigkeit an dir, die dir selbst gar nicht bewusst war. Falls du ein altes Arbeitszeugnis hast, kannst du auch dieses zu Rate ziehen. Im Arbeitszeugnis findet man nämlich häufig eine Bewertung der Leistungen und der sozialen Kompetenz. Die Einschätzung von deinem ehemaligen Chef kann dir dabei helfen, deine Stärken und Schwächen besser einzuschätzen.

So kannst du mit deinen Stärken punkten

Im Vorstellungsgespräch ist es besonders sinnvoll über Stärken zu sprechen, die bei der angestrebten Stelle hilfreich sind. Dass du ein toller Fußballspieler bist, ist vielleicht interessant, für die meisten Jobs jedoch nicht wichtig. Durch den Mannschaftssport bist du aber vielleicht ein guter Teamplayer und das ist eine Eigenschaft die Personaler meist positiv werten. Überlege dir also, wie du deine Antwort formulierst. Deine Stärke besteht in diesem Fall darin, dass du gut mit anderen zusammenarbeiten kannst, um Erfolge zu erzielen. Besonders glaubhaft wirst du bei der Nennung deiner Stärken, wenn du sie anhand von Beispielen belegen kannst. An dieser Stelle kannst du dein Fußballspiel als Beispiel für deine Teamfähigkeit anführen. Es geht darum dich glaubhaft zu präsentieren und die Personaler davon zu überzeugen, dass du die beste Wahl für die ausgeschriebene Stelle bist. Dafür ist Selbstbewusstsein wichtig, doch achte auf ein gesundes Maß. Bist du zu selbstbewusst, kannst du schnell arrogant und überheblich wirken, was dich nicht nur unsympathisch macht, sondern zusätzlich unglaubwürdig wirkt. Bei einem Vorstellungsgespräch geht es nämlich immer auch darum, herauszufinden, ob du menschlich ins Unternehmen passt und die Zusammenarbeit mit dir angenehm ist.

Stärken stärken, Schwächen schwächen

Du solltest darauf achten, im Vorstellungsgespräch mehr Stärken als Schwächen von dir zu nennen. In den meisten Fällen reicht es völlig, wenn du eine oder zwei Schwächen nennst und begründest. Die Stärken sollten deine Schwächen auf jeden Fall überwiegen. Dennoch kommst du nicht darum herum, zumindest eine Schwäche von dir zu offenbaren. Es sollte weder eine Schwäche sein, die völlig unabhängig von deinem angestrebten Job ist, noch eine, die deine Kerntätigkeit in dem Job betrifft. Wenn möglich, wähl Schwächen aus dem Randbereich deiner Tätigkeit. Möglichweise fällt es dir schwer, vor größeren Gruppen zu sprechen, was in dem Job, für den du dich vorstellst, jedoch nur selten notwendig ist. Überlege dir, welche Schwächen du hast, die für den Job jedoch kein Hindernis darstellen. Wenn du deine Schwäche im Vorstellungsgespräch nennst, kannst du sie abschwächen, indem du die Worte „manchmal“, „ab und zu“, „Es kommt vor, dass“ oder „gelegentlich“ verwendest.

Der Umgang mit den eigenen Schwächen

Es ist außerdem wichtig, dass du darauf eingehst, wie du an deinen Schwächen arbeitest. Zum Beispiel kannst du anführen, dass du unter großem Druck manchmal schnell gereizt bist und dann fünf Minuten brauchst, um dich zu beruhigen und wieder effektiv arbeiten zu können. Mit Entspannungstechniken bekommst du diese Schwäche von dir jedoch immer besser in den Griff. Es lohnt sich immer, an seinen Schwächen zu arbeiten und wenn du diese Bereitschaft signalisiert und konkrete Maßnahmen dafür thematisierst, wird dir das in der Regel von den Personalern positiv angerechnet.

Ähnlich wie bei den Stärken, solltest du auch deine Schwächen begründen. Du kannst Beispiele aus deinem Arbeitsleben anführen, wo du dich nicht so verhalten hast, wie du es gerne getan hättest. Doch auch hier gilt natürlich: Weniger ist mehr. Es sollte sich um ein harmloses Beispiel handeln, das keine negativen Konsequenzen nach sich gezogen hat. An dieser Stelle kannst du auch kurz darauf eingehen, wie du nun in einer solchen Situation besser handeln würdest. Das zeigt, dass du aus Fehlern lernst und über die wichtige Fähigkeit der Selbstreflexion verfügst.

Mit einem guten Gefühl zum Vorstellungsgespräch

Wenn du die hier genannten Tipps und Ratschläge beherzigst, sollte dir die Frage nach den Stärken und Schwächen keine Angst mehr machen. Wir sind alle Menschen mit einer eigenen Persönlichkeit. Man muss nur lernen, wie man sie im Vorstellungsgespräch geschickt präsentiert.

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Mustafa Demertzis
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Mustafa Demertzis ist Blogger und leidenschaftlicher Online-Marketer. 2017 gründete er den ersten Karriere-Blog für deutsche Jugendliche mit Migrationshintergrund.

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